Im Regio Meister Podcast erläutert Malermeister Jürgen Vogelsang, wie er seinen Betrieb managt. Foto: Vogelsang

Regio Meister Praxis Impulse:  Ohne eine gute Website geht gar nichts!

In unserem Podcast „Regio Meister Praxis Impulse“ zeigen wir regelmäßig auf, wie Unternehmen den Herausforderungen der Zeit begegnen.

Seit 1923 ist das Malerhandwerk Vogelsang in der Osnabrücker Handwerkerrolle eingetragen.  In dritter Generation führt Jürgen Vogelsang heute den Betrieb als Einzelunternehmer. Mit drei Angestellten und einem Auszubildenden betreut er seine Kunden. Die größte Herausforderung für ihn, ist die Gewinnung geeigneter Mitarbeiter. Seine Erfahrung: ohne eine gute Website geht gar nichts.

Hören Sie hier die Regio Meister Praxisimpulse #3:

(Dauer ca. 10 Min.)

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Hier das Gespräch im Detail:

RM: Herr Vogelsang, wie ist denn Ihr aktueller Ist-Zustand im Bereich Personal zur Zeit?

Jürgen Vogelsang:Sie werden es nicht glauben, aber wir suchen aktuell einen Auszubildenden, der Lust hat, am 1. August bei uns eine Malerlehre zu starten. Bislang habe ich drei Mitarbeiter und einen Azubi, der aber dann schon im 3. Lehrjahr ist.

RM: Mit einem weiteren Lehrling dazu sind Sie quasi auf Expansionskurs?

Jürgen Vogelsang:Genau so ist es! Vor 10 Jahren hatten wir zwar noch eine größere Auswahl an potentiellen Kandidaten für die Besetzung von Lehrlingsstellen, dafür aber nicht eine so gute Auftragslage wie heute.  Heute haben wir volle Bücher und müssen uns um Mitarbeiter bemühen. Von fünf Bewerbern ist meist nur einer überhaupt geeignet. Wenn sie es so sehen wollen, sind wir auf Expansionskurs.

RM: Wie sieht denn Ihr Personalmarketing generell aus?

Jürgen Vogelsang:Das Wichtigste überhaupt ist es, eine gute Website zu haben. Die muss junge Leute schon ansprechen. Bei uns Malern hat der Farbenhersteller Brillux vor einigen Jahren eine große Ausbildungsinitiative „Die Welt ist bunt“ für seine Betriebe gestartet. die Ergebnisse waren bisher sehr bescheiden.  Die sozialen Medien sind für uns wichtig. Wir versuchen deshalb regelmäßig auf Facebook zu posten. Unsere besten Botschafter sind natürlich die eigenen Mitarbeiter, die wir bitten, jeweils in ihren Bekanntenkreisen zu streuen, dass wir Lehrlinge suchen oder andere Stellen besetzen wollen.

RM: Und was tun Sie, um die bestehenden Mitarbeiter zu binden?

Jürgen Vogelsang:Wir sind ein echter Familienbetrieb mit flachen Hierarchien. Das schätzen unsere Leute. Bei unseren regelmäßigen Mitarbeitertreffen wird jedes Mal einer vom Team ausgezeichnet, der beim gut gemacht, „erwischt“ wurde. Die Vorschläge kommen dabei nicht von mir, sondern aus dem Team. Das spornt alle unglaublich an. Natürlich führt das auch dazu, dass die Mitarbeiter sich gegenseitig genau beobachten.  Das ist für den Betrieb durchaus positiv. Jeder geschriebene positive Rückmeldungen unserer Kunden kann ich heute auch problemlos in Teams weiterleiten, das ist zeitnah und daher sehr beliebt.

Außerdem ist mir wichtig, dass ein Mitarbeiter mehr Lohn bekommt, wenn er zusätzliche Leistungen erbringt oder Aufgaben übernimmt. Sobald das der Fall ist, reden wir über mehr Geld.

Was unsere Mitarbeiter auch noch schätzen ist unsere Familienfreundlichkeit.  Momentan haben wir als Lehrling z.B. eine junge Mutter. Wenn sie dann mal morgens später kommt, weil mit ihrem Sohn etwas im Kindergarten oder sonstwo war, ist das alles erklärbar und dann okay.  Das macht es eben aus, wenn man eine „große Familie“ ist.

RM: Wie sehen Sie Ihre Zukunft als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb?

Jürgen Vogelsang:In unserem Bereich wird es in zehn Jahren vermehrt so sein, dass noch mehr günstige Kräfte aus Osteuropa in den Markt strömen. Sie machen dann die einfacheren Malererarbeiten wie Fassadendämmung und -anstrich usw..  Für uns heißt das, das für seine Betriebe s wir die teuren Spezialisten sind, die für besonderen Produkte mit entsprechender Qualität stehen. Entsprechend müssen wir uns als Betrieb natürlich entwickeln.